Die Geschädigten

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Die Geschädigten

Der Betrogene selbst ist in den meisten Fällen nicht ganz unschuldig am erlittenen Schaden. Es trifft oft zu, dass es sich um keinen ehrenwerten Kaufmann handelt. Seine Geldmittel resultieren meistens aus hinterzogenen Steuern oder dunklen Geschäften. Manchmal handelt es sich um einen Personenkreis, der sich in unrealisierbare Projekte, in Luftschlösser, verirrt hat. Häufig sind es Männer ab dem Alter von 45 Jahren. Diese Menschen werden zunehmend aggressiv, wenn ihre unrealisierbaren Kreditwünsche wieder einmal von einer Bank abschlägig behandelt wurden. Sie sind die idealen Opfer für die Betrüger. Noch ein weiteres Phänomen schaltet das objektive Denken aus: der Stolz. Der präsumtive Geschädigte - selbst kein Finanzfachmann -  will bei den Verhandlungen mit den Betrügern nicht eingestehen, dass er von Promissory Notes, Standby Letters of Credit etc., keine Ahnung hat. Er macht dann den fatalen Fehler, dass er vortäuscht, die dargelegte Finanzkonstruktion zu durchblicken. Dieses Phänomen ist nach Ansicht des in Fachkreisen bekannten amerikanischen Buchautors Jonathan Kwitny mindestens ebenso mitverantwortlich für den Erfolg der Betrüger wie die menschliche Gier! Die Finanzbetrüger verstehen es auch ausgezeichnet, ihr zukünftiges Opfer in ein unredlich scheinendes Geschäft hineinzuziehen. So behaupten sie unterschwellig, dass der versprochene Kredit aus Rauschgiftgeschäften von Kolumbien stamme. Gelegentlich täuschen die Betrüger auch die lukrative Beteiligung an der Geldwäsche vor. So behaupten sie, über Unsummen von Lire-Banknoten aus Mafiageschäften oder über Geld aus einer unversteuerten Erbschaft zu verfügen. Immer wieder werden gewinnversprechende Geschäfte suggestiv mit der Verletzung von Handelsbeschränkungen k Devisengesetzen etc. begründet. Auch in undurchführbare Geschäfte, wie z. B. Handel mit Bankgarantien oder von mehreren Tonnen Gold, werden die später Geschädigten hineingezogen. Welcher Betrogene will sich schon vor Polizei und Gericht blamieren und zugeben, dass er sich in eine unredliche oder undurchführbare Sache eingelassen hat? Die Dunkelziffer, also der Prozentsatz jener Delikte, die weder angezeigt noch in irgendeiner Art und Weise der Polizei bekannt werden, liegt hier bei mehr als 90%! Wir sehen uns auch mit einer Situation konfrontiert, dass weder der Geschädigte noch der Täter über den Betrug sprechen wollen. Ein Leitsatz aus dem alten England, wonach ein ehrenwerter Mann nicht betrogen werden kann, hat heute immer noch Gültigkeit. Die Praxis zeigte, dass Opfer von Finanzbetrügern, insbesondere Vermittlungsbetrügern, später selbst fallweise zu Tätern wurden, indem sie das System nachahmten. Einige Fälle zeigen auch, dass Betrugsopfer extrem unvorsichtig vorgingen. Ein Beispiel: Der Betrüger überredet sein Opfer zum „Schecktausch“, der in einem Tag einen Gewinn von 20% abwerfen soll. Natürlich wird Geldwäsche suggeriert. Der Betrüger übergibt seinem Geschäftspartner einen Scheck, z. B. über EUR 600. 000,00 und fordert im Gegenzug einen über EUR 500.000,00.. Es versteht sich von selbst, dass der vom Betrüger überreichte Scheck nicht gedeckt ist.